Mein Alltag in SP

wenn man von seinem sabbatical erzählt und dann auch noch erwähnt, dass es ein jahr lang dauert, trifft man oft auf bewunderung und viele fragezeichen zugleich.
die meisten können sich nicht vorstellen, wie ich meinen tag gestalte und stellen zu recht die frage: “was machst du denn eigentlich den ganzen tag so?”
als ob ich nur faulenzen würde… dachte ich. auch wenn ich nicht arbeite und auch keinen portugiesisch-unterricht nehme, also keine bestimmten alltäglichen ziele habe, langweile ich mich hier nicht! das möchte ich hier mal nur klar stellen. 😉

mein alltag sieht folgendermassen aus:

  • Morgens
    frühstück um allerspätestens 10 uhr, wenn nicht sogar früher.
    es ist schon schön, keinen zeitdruck zu haben und nicht mit einem wecker aufwachen zu müssen. das kommt einem natürlichen “lebenszyklus” schon nahe. trotzdem möchte ich den tag nutzen anstatt ihn zu verschlafen und dabei womöglich interessante dinge zu verpassen. (das ist für mich nicht nur hier so, sondern auch in München).
  • danach 20-70 minuten Yoga und/oder im swimming pool des “condominio” (das ist das gebäude, wo ich wohne) schwimmen.
  • Mittags
    wenn es hier 12 uhr mittags ist, ist es in deutschland schon 17 uhr. ab dann geht das skypen mit “zuhause” los. zuerst mit meinen eltern. einmal in der woche mit meiner niedlichen nichte. ab und zu dann auch mit meinen freundinnen. dann sind auch schon 3 stunden vergangen… das ist viel zeit, aber ich liebe es, den kontakt zu meinen liebsten menschen aufrechtzuerhalten. sie sind mir wichtig und sie sollen wissen, dass ich an sie denke.
  • Nachmittags
    die ersten wochen habe ich mich noch mit der struktur und dem design meines blogs beschäftigt, was ziemlich viel zeit gekostet hat. die blog-pflege ist zeitintensiv, aber es macht mir spass.
  • die nachmittage variieren: wenn mal nicht mit familie und freunden ge-skyped wird, schaue ich mir die stadt an. und das am besten zu fuß! ich wohne zwischen der beschäftigsten straße Sao Paulo’s “Av. Paulista” und dem “Centro”. es gibt so viel zu sehen in dieser stadt, man kommt gar nicht richtig hinterher…
  • routine habe ich aber auch entwickelt: gegen 17 uhr geht’s in die shopping mall von “Higienopolis”, dem viertel in dem ich zuerst von april bis juli gewohnt habe. erst ein chai latte kaufen, dann geld abheben, anschließend ein bisschen window shopping machen, bis es zeit ist, um 19 uhr wieder nach hause zu gehen. über die zeit hinweg schliesst man freundschaft mit den starbucks-kollegen und den kiosk-verkaeufern. so hat man jemand, mit dem man sich täglich nett unterhalten kann. (und sein portugiesisch üben kann)
  • während der WM war hier übrigens jeder ziemlich unproduktiv. mittags bereitete man sich täglich vor, eine location zu finden, wo man mit freunden fussball schauen und danach feiern kann. egal wer spielt und egal wer gewinnt. ausnahmezustand eben. und ebenso zeitintensiv.
  • Abends
    ab 21 uhr geht es manchmal mit freunden zu dinner oder drinks in den beliebten vierteln “Jardins” oder “Vila Madalena” (wo ich jetzt wohne). oder auch in “Higienopolis”. wenn es nicht jeden Abend so ist, bin ich auch mal froh, einfach nur mal in ruhe zeitschriften zu lesen oder einen film anzuschauen. oder auch zu schreiben, die fotos zu sortieren und zu bearbeiten, die ich fast täglich mache. das nimmt mehr zeit in anspruch als man denkt!
  • ob ich das arbeiten vermisse? nicht wirklich… ob es sich wie urlaub anfühlt? auch nicht… zumindest nicht in S.P..
    es ist kaum zu glauben, aber auch ich freue mich immer, wenn freitag ist. ja, ich habe ein zeitgefühl trotz “auszeit”. ich spüre, wenn es unter der woche oder wochenende ist. und dabei spüre ich sogar die dazu gehörende entspannung, die sich pünktlich am freitag abend einschleicht.
  • Wochenende
    der “alltag” am wochenende sieht natürlich anders aus als unter der woche, da dann auch meine freunde wieder mehr zeit haben, dinge zu unternehmen. und die paulistanos sind fleissige museen-gänger!! zuhause bleiben geht nicht! auch nicht, wenn man die nacht davor das nachtleben intensivst genossen hat. es kann also schon sein, dass man sich 3 museen an einem tag vornimmt. und am sonntag einen spaziergang durch die stadt macht, um dann bei einer nachmittags-party einer coolen bar zu landen und erst wieder um 23 uhr glücklich ins bett zu fallen.

dann ist das wochenende auch schnell vorbei gegangen, und ich bin plötzlich froh, dass montag ist. endlich ruhetag!

 

 

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